Wissen Sie denn, was das Kürzel "https" bedeutet?

Nein?

Dann geht es Ihnen wie 27% der Befragten einer Studie der Zeppelin Universität Friedrichshafen, die im Auftrag des Verbraucherzentrale Bundesverbandes e.V. (vzbv) an 1.014 Personen durchgeführt wurde. 18% der Befragten waren sogar überzeugt davon, dass ihre Internetverbindung immer sicher sei, wenn sie nur ein aktuelles Virenschutzprogramm hätten.

Immerhin haben 86% der Deutschen mittlerweile schon im Internet eingekauft – dabei handelt es sich um Güter verschiedenster Art, von Büchern über Kleidung oder Maschinen bis hin zu Reisen und Dienstleistungen. Das Shoppen im Internet wird für viele immer selbstverständlicher. Es bietet natürlich auch große Vorteile: vor allem ist es bequem. Man lässt sich die gekauften Artikel ins Büro liefern und muss nicht einmal ein Paket abholen, weil man gerade nicht zu Hause war. Keine Kassenschlange, keine engen Umkleidekabinen, kein Ladenschluss. Der Rückversand ist bei vielen großen Anbietern auch immer häufiger komplett kostenlos. Einfach Rücksendeschein drauf und zurückschicken.

Doch birgt das Onlineshoppen auch nach wie vor Risiken, daher sollte der Einkaufswütige sich auch mit der Sicherheit und seinen Rechten auskennen. Die Studie hat uns jedoch eines Besseren belehrt. Zu wenige Verbraucher wissen, dass der "kaufen"-Button mehr ist, als nur ein fiktiver Einkaufskorb. Die größten Gefahren liegen laut Professor Kenning vom Lehrstuhl für Marketing an der Zeppelin Universität darin, dass die Verbraucher nicht wüssten, was mit ihren Daten im Internet passiere und ob ihre Verbindung sicher sei. Allerdings haben sich auch alters-und geschlechterspezifische Wissensunterschiede herauskristallisiert, was unter anderem an fehlenden systematischen Informationen liegen soll. Betrachtet man das Ergebnis der Studie, so ist der sogenannte "mündige Verbraucher" eine Fiktion.

Nur 22% der Befragten konnte alle Fragen der Studie (und es waren nur sechs!) richtig beantworten. Hierbei ging es um Begriffe aus dem Bereich Online-Shopping und Sicherheit. Dabei schnitten die Männer etwas besser ab als Frauen. Mit zunehmendem Alter nahm die Qualität der Antworten ab, mit zunehmendem Haushaltseinkommen hingegen zu.

Sehr deutliche Unterschiede gab es bei den "Wiederholungs- und Ersttätern". Diejenigen, die bereits Erfahrungen mit Onlineshopping hatten, schnitten deutlich besser ab, als die, die noch nie im Internet eingekauft hatten.

Übrigens: "https" ist die Abkürzung für "HyperText Transfer Protocol Secure" und ist ein Kommunikationsprotokoll im World Wide Web, um Daten "abhörsicher" zu übertragen. Sie erkennen es auch an dem kleinen Vorhängeschloss, das in der Adresszeile zu sehen ist.

Was also können Sie tun, um Ihr Risiko beim Onlineshopping zu minimieren?

1. Schützen Sie Ihren Computer schützen durch gute Antivirenprogramme und eine Firewall, halten Sie Ihren Computer immer auf dem neuesten Stand und wählen Sie sichere Passwörter, die Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen beinhalten.

2. Gehen Sie sensibel mit Ihren Daten um.

Geben Sie niemals Passwörter und Kontodaten an Dritte weiter. Keine Bank wird Sie danach per Email fragen! Vermeiden Sie die Veröffentlichung Ihrer personenbezogenen Daten im Internet.

3. Verwenden Sie nur gesicherte WLAN-Netzwerke, wenn Sie ins Internet gehen. So vermeiden Sie auch, dass andere sich Zugriff zu Ihrem Computer verschaffen und Ihre Daten ausspähen.

4. Bei wem kaufen Sie ein? Wissen Sie es? Prüfen Sie den Anbieter! Ist die Firma in Deutschland oder der EU ansässig? Sind dort alle Daten vollständig angegeben? Verstehen Sie die AGB? Hat den Anbieter sogar ein Gütesiegel? Finden Sie Kundenbewertungen über den Anbieter? Lesen Sie hierbei lieber die negativen als die positiven Bewertungen, aber lesen Sie mit Verstand! Vorsicht vor gefälschten Bewertungen!

5. Lesen Sie in der Artikelbeschreibung auch das Kleingedruckte besonders aufmerksam. Ist der Preis so günstig, dass es schon nicht wahr sein kann? Dann ist es das häufig auch nicht! Handelt es sich um Originale?

6. Wie sieht es mit den Lieferbedingungen des Anbieters aus? Achten Sie auch auf die Versandkosten und die Lieferzeiten. Aus welchem Land wird geliefert? Lieferungen aus Asien zum Beispiel können mehrere Wochen dauern oder im Zoll steckenbleiben.

7. Lesen vor dem "kaufen"! Schauen Sie sich Ihre Bestellübersicht genau an, bevor Sie die Bestellung absenden. Stimmt der Gesamtpreis? Haben Sie Artikel versehentlich mehrfach bestellt? Gibt es versteckte Kosten?

8. "https" beim Bezahlen! Wenn Sie per Kreditkarte zahlen oder irgendwo Ihre Bankdaten eingeben, achten Sie auf das Vorhängeschloss. Öffnen Sie niemals Links aus Emails in denen Sie zu einer Zahlung aufgefordert werden, sondern geben die Internetadresse lieber per Hand ein (Phishing-Gefahr). Die Lieferung auf Rechnung oder per Nachnahme ist am sichersten, da Sie erst bezahlen, wenn Sie die Ware haben.

9. Vergessen Sie nicht Ihr Widerrufsrecht und die 14-tägige Frist. Vielfach wird bei großen Anbietern bereits eine weitaus längere Rückgabefrist eingeräumt.

 

Aktuell liegt uns eine Abmahnung der Wettbewerbszentrale (Büro Stuttgart) wegen fehlerhafter Allgemeiner Geschäftsbedingungen vor. Konkret geht es um allgemeine Geschäftsbedingungen innerhalb einer Baubeschreibung. Beanstandet wird eine Klausel betreffend der Gewährleistung bei Glasbruch  und eine Klausel betreffend von Überprüfungspflichten bei Erhalt der Ware.

Gefordert wird die Abgabe einer strafbewährten Unterlassungserklärung sowie die Ausgleichung der Aufwendungen für die Rechtsverfolgung in Höhe von 219,35 €.

Sollten auch Sie eine  Abmahnung der Wettbewerbszentrale erhalten haben, raten wir Ruhe zu bewahren und nicht voreilig zu handeln. Aufgrund des eher geringen Betrages, welche die Wettbewerbszentrale fordert, neigen einige Abgemahnte dazu einfach die Unterlassungserklärung zu unterzeichnen und den Betrag zu überweisen.  Dies allerdings oft ohne sich Gedanken darüber zu machen, was die Abgabe einer Unterlassungserklärung überhaupt bedeutet. Mit der Abgabe der Unterlassungserklärung verpflichten Sie sich für die Zukunft den Verstoß unverzüglich zu beseitigen und nicht wieder zu wiederholen. Dies gilt auch nicht nur für die streitgegenständliche Internetseite. Eine solche Unterlassungserklärung gilt ein Leben lang. Im Falle der schuldhaften Zuwiderhandlung wird eine Strafe in Höhe von 4.000 € fällig. Eine solche Erklärung müssen Sie allerdings nicht abgeben. Wir raten daher dazu, wenn überhaupt dann allenfalls eine modifizierte Unterlassungserklärung abzugeben. Vorausgesetzt der Vorwurf ist überhaupt gerechtfertigt. Aber selbst dann kann es unter Umständen Sinn machen keine Unterlassungserklärung abzugeben.

Aufgrund der täglichen Bearbeitung von einer Vielzahl von Abmahnungen im Bereich des Wettbewerbsrechts können wir Ihnen schnell und  kompetent weiterhelfen. Wir vertreten deutschlandweit!

Erfahrung aus mehr als 4.000 Abmahnungen!!!

Soforthilfe unter 0800 -3331030 oder E-Mail an kanzlei@dr-schenk.net